Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe der Stadt (Halle) | Landesweit anerkannter Träger der Jugendhilfe
Ein Schutzengel für Kinder

Projekt Lernengel

Lernengel treffen sich zum Erfahrungsaustausch

der Projektkoordinator/in, 16. Mai 2016

Aktive Lernengel haben sich Anfang Mai 2016 in Halle in gemütlicher Runde zum Erfahrungsaustausch getroffen. Bei dem Treffen in einem griechischen Restaurant kamen rund 15 junge Leute zusammen, um sich gegenseitig von ihrer Arbeit zu berichten und andere Aktive kennen zulernen. Sie hatten viel Positives zu erzählen.

Pia Nägel vom Internationalen Bund informierte zu Beginn in einem Diskussionsimpuls über das Lernverhalten von Kindern. Begleitet wurde sie von ihrer Kollegin Saskia Hoyas.

Ziel dieser regelmäßigen Treffen ist der inhaltliche und methodische Abgleich bei der Begleitung der betreuten Kinder und Jugendlichen.

Auch Mitglieder des Vereins Ein Schutzengel für Kinder e.V. beteiligten sich an den anschließenden Diskussionen.

Neues zum Projekt „Lernengel“

von Dr. Peter Meinhart, 2. Oktober 2015

Nach 3 Jahren Förderung durch die „Aktion Mensch“ musste entschieden werden, ob wir das Projekt mit Hilfe anderer Partner fortsetzen.

Zur Entscheidungsfindung wurden folgende Fakten herangezogen:

In den 3 Jahren hat sich das Projekt stabil entwickelt. Eine gleichbleibende Zahl von Lernengel und ein großer Bedarf an Kinderförderung sicherten eine gleichmäßige Durchführung. Das Prinzip des Projektes – ein Kind – ein Lernengel ist ein Erfolgsmodell. Die Kinder finden im Lernengel Rat und Tat und spürbare Hilfe für sich selbst. Die Verbesserung der schulischen Leistungen ist motivationsfördernd.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit der
Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
Philosophische Fakultät III
Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik- Arbeitsbereich Sachunterricht (Prof. Dr. Gebauer) konnte wir einige Lernengel aus den Pädagogikstudenten gewinnen, die ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis anwenden können. Zum anderen gab es Hilfe zur fachlichen Evaluierung des Projektes und zur Weiterentwicklung.

Auch die Organisation des Projektes musste neu gestaltet werden, fällt doch der Projektleiter durch die Beendigung der finanziellen Förderung aus. Wir entschieden uns für die Beschäftigung eines jungen Menschen im „Freiwilligen sozialem Jahr“.

Und letztlich und nicht unwesentlich muss eine benötigte finanzielle Absicherung erfolgen. Dazu konnten wir die Saalesparkasse gewinnen, die sich wieder einmal als starker Partner für soziale Projekte erwiesen hat.

Damit können wir das Projekt „Lernengel“ auch im vierten Jahr fortführen.

Lernengel im dritten Jahr

von Dr. Peter Meinhart, 13. April 2015

In diesem Jahr läuft das Projekt „Lernengel“ das dritte Jahr.
Wir berichten hier über unsere bisherigen Erfahrungen.

Da alle Lernengel freiwillig und kostenlos tätig sind, ist die Gewinnung für Zeitspende aus Überzeugung eine wichtige Voraussetzung.

Organisation

Folgende Wege sind beschritten worden:

  • Auslegen und Verteilen von Flyern in öffentlichen Gebäuden, Ämtern, Einrichtungen
    der Universität Halle
  • Senden von Werbespotts im regionalen Fernsehen Halle-TV
  • Aufhängen von Werbeplakaten in halleschen Straßenbahnen
  • persönliche Gespräche mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Halle, im Jugendamt, im Seniorenrat der Stadt Halle
  • Vorstellung des Projektes im Universitätskolleg der Sektion Erziehungswissen-
    schaften der MLU und Diskussion mit allen Hochschullehrern und dem
    Sektionsdirektor (Prof. Dr. Gebauer).
  • Vorstellung und Diskussion des Projektes in der Freiwilligenagentur Halle

Vorbereitung der Lernengel

Mit jedem Lernengel führt der Projektkoordinator ein Anfangsgespräch, um Interessen, Neigungen und Eignungen zu erkunden. Weiter führende Kontakte zwischen Projektkoordinator und Lernengel besteht für den gesamten Zeitraum.

Organisation der personenbezogenen Hilfe

Wichtige Voraussetzung ist die Auswahl der Kinder und die Zuordnung der Lernengel, schließlich gibt es hier auch Sympathien und Neigungen zu beachten.
Es wurde deshalb Kontakte zu soziale Einrichtungen wie dem Internationale Bund, AWO, Caritas sowie zu den Sozialpädagogen der Schulen hergestellt.
In kürzester Zeit, auch auf Grund des Wissens der Sozialpädagogen über die Familienverhältnisse wurden Hilfe bedürftige Kinder ausgesucht.

Gespräche mit den Klassenlehrern, den Schulleitern und den Eltern legten dann fest, welche Kinder gefördert werden können und sollen.

Erst jetzt werden Lernengel und Kind miteinander bekannt gemacht und beide vereinbaren Tag und Zeit, an denen sie sich in der jeweiligen Einrichtung treffen.
Jeweils für mindestens 1 Stunde pro Woche beschäftigen sich die Lernengel mit ausschließlich diesem einen Kind. Gemäß Vereinbarung stehen sie
mindestens 1 Jahr dem Kind zur Seite.
Durch Qualifizierungsmaßnahmen bekommen die Lernengel fachliche Hilfe und Anleitung, mittels Austausch-/Informationstreffen aller Lernengel werden Erfahrungen und Hinweise weitergegeben, so dass eine gemeinsame Herangehensweise entsteht.
Ganz wichtig erwies sich die Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Klassenlehrer der Schule. Hier wird besprochen, wie der Ausgangszustand des Kindes ist und auf welche Besonderheiten zu achten ist. Sehr wertvoll sind dabei auch die Hinweise der Sozialpädagogen vor Ort.

Die Gesprächs- und Förderstunden finden in folgenden Einrichtungen statt:

  • Räume des Internationalen Bundes
  • AWO Dornröschen
  • Forsterstraße
  • Telemannstraße
  • Lessingschule
  • Bürgertreff
  • Friesenschule

Prinzipiell wird versucht, die Gespräche außerhalb der Schulen durch zu führen, damit kein schulischer Charakter aufkommt.

Ergebnisse und Erfahrungen nach bisherigem Stand

Die Zahl der Lernengel schwankt aus verschiedenen Gründen zwischen 40 und 46.
Unter den aktiven Lernengel sind 4 männlich.
Die Altersstruktur zeigt ein deutliches Überwiegen der unter 30-jährigen.

Der größte Teil der Lernengel sind Studenten/innen der Sektion Erziehungswissenschaften der MLU. Sie betrachten diese Tätigkeit als Praktikum.

Mit den geschilderten Methoden konnte das Ziel der Projektarbeit erreicht werden.
Die Kinder haben gelernt, pünktlich zu sein und sich zu entschuldigen, wenn sie nicht zu Ihrer Stunde kommen konnten.
Ein gutes Ergebnis ist, dass nicht nur eine Zensur allein zählt, sondern das Kind sich auch von negativen Verhaltensweisen wie Unpünktlichkeit, Gleichgültigkeit zum Umfeld, kein Teamgeist etc. in seiner Umgebung distanziert und so was nicht mehr für gut befindet.
Die Lernengel nehmen keinen Kontakt zu den Familien auf.
Die Kinder haben gelernt, dass es schöner ist, selbst sein Verhalten zu korrigieren und wieder pünktlich zur Schule zu kommen, aufmerksam im Unterricht zu sein und selbst etwas für sich tun.

Dies konnten fast alle derzeitig betreuten Kinder erreichen.
Ihr „Lernengel“ ist für diese Kinder ein Mittelpunkt in Ihrem Leben geworden. Sie haben jemanden, der Ihnen zuhört.

Zusammenfassung und Ausblick

Unsere Erfahrungen lassen folgende Schlussfolgerungen zu:

  • Bei richtigerer Herangehensweise sind Lernengel zu dieser freiwilligen Tätigkeit zu motivieren
  • die Zusammenarbeit der Lernengel mit Sozialpädagogen, Lehrern und Betreuern ist Voraussetzung für den Erfolg
  • mit dem gewählten methodischen Herangehen werden die angestrebten Ziele erreicht:
    Steigerung des Selbstwertgefühls, der Lernbereitschaft und der Lebenslust.
  • dieses mit geringen finanziellen Mitteln durchzuführende Projekt kann helfen, dass Kinder mit Benachteiligungen einen guten Schulabschluss erreichen. Dies ist Voraussetzung für eine Berufsausbildung und ein späteres selbstbestimmtes Leben.

Z.Zt. wird eine Erfassung der Entwicklungserfolge jedes Kindes vorbereitet, damit wir fundierte Daten zur Verbesserung unserer Methodik bekommen. In vertraglicher Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Sektion Erziehungswissenschaften der MLU werden die Ergebnisse validiert und die Methodik verbessert.

Es werden weitere Lernengel gewonnen und der Kreis der geförderten Kinder vergrößert.

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Ehrenamtlich tätig!

Unser Verein möchte die Chancen von Jugendlichen auf einen (guten) Schulabschluss und auf den Erhalt eines Ausbildungsplatzes verbessern. Dazu haben wir ein Projekt ins Leben gerufen, welches durch individuelle Lernförderung sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen – ohne staatliche Transferleistungen – ein finanziell selbstständiges Leben ermöglichen soll. Denn die Wissensbildung nützt den Kindern und Jugendlichen nachhaltig. Durch die Erhöhung der Chancen auf einen Ausbildungsplatz können die staatlichen Sozialkassen entlastet werden. Ein guter Schulabschluss führt in eine Ausbildung und in einen festen Arbeitsplatz.

Für die individuelle Lernförderung sind sogenannte “Lernengel” eingesetzt. Erste Informationen zum Projekt und der Tätigkeit als “Lernengel” finden Sie nachfolgend:

Beschreibung und Ziel des Angebotes

Die Lernengel arbeiten mit Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien im Alter von 6 – 14 Jahren.

Sie motivieren und unterstützen.

Machen Sie aus dem Lernen ein Abenteuer!

Begeistern Sie die Kinder und helfen Sie mit, dass sie wieder Spaß am Lernen haben, sich selbst wieder entdecken und ihr Können und ihre Fähigkeiten ausbauen. Dabei wünschen wir uns, dass Sie den heutigen Wissensstand in behutsamer, nicht fordernder Weise vermitteln, sich gut auf benachteiligte Kinder einstellen können.

Die Einsätze finden in sozialen Einrichtungen und Schulen statt.

Zeitlicher Rahmen

Die Zeiteinteilung ist flexibel geplant. In der derzeitigen Planungsphase gehen wir von einer Unterstützung von 1 Mal pro Woche für ca. 1 Std. aus.

Diese Kenntnisse sollten Sie mitbringen:

  • Belastbarkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Flexibilität
  • Verschwiegenheit
  • Zuverlässigkeit

Handlungsfelder: Kinder & Jugendliche

Einarbeitung und Begleitung

Jeder “Lernengel” soll eine ausführliche Einarbeitung erhalten. Dazu wird ein Projektkoordinator zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben oder Interesse haben, das Projekt als Lernengel zu unterstützen, können Sie den Projektkoordinator bzw. den Verein wie folgt kontaktieren:

Frau Thödtmann, Mobil: 0157 83457513 (09:00 bis 16:00 Uhr)
E-Mail: schutzengel_fuer_kinder_lernengel@freenet.de

Art und Umfang der Einarbeitung

Für Interessierte “Lernengel” ist ein Erstgespräch geplant sowie eine Einführung in die aktuellen Anforderungen.

In der zweiten Zusammenkunft ist die Vorstellung des Kindes und der jeweiligen Einrichtung, in welcher der Lernengel das Kind betreut, geplant.

Leistungen

  • Erfahrungsaustausch
  • Weiterbildungen – freiwillige Teilnahme
  • regelmäßige Informationen
  • Tätigkeitsnachweise
  • regelmäßiger Austausch mit dem Ansprechpartner
  • Einladung zu Festen und Feiern

Nachfolgende Bilder sind aus dem Beitrag im Regionalfernsehen „Sachsen-Anhalt Heute“ vom 22. Januar 2013

Projekt Lernengel im Regionalfernsehen

Projekt Lernengel im Regionalfernsehen

Projekt Lernengel im Regionalfernsehen

Projekt Lernengel im Regionalfernsehen MDR Sachsen-Anhalt heute

Das ZDF sendete einen Spot über das Projekt Lernengel

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